Archiv für die Kategorie ‘Realitätsverlust’

Was wir über Quantenphysik wissen sollten

April 4, 2008

…steht sicher nicht in dem Blogeintrag, um den es gerade geht.

Berend, wenn die Wirklichkeit eine Illusion ist, und unsere Gedanken die Wirklichkeit formen, dann entferne doch bitte diesen Eintrag in meinem Blog. Danke.

Und für alle, die mitmachen wollen, bei der großen Buzzword-Jagd: Die Wissenschaft beschäftigt sich nicht damit, etwas zu beweisen (und schon garkeinen Esoquantenmystizismus), sondern damit, Erklärungsmodelle zu finden. Somit weiß man gleich, wie es um den Wahrheitsgehalt von Sätzen mit der Formulierung „Wissenschafter haben bewiesen“ bestellt ist.

Ausbildungswahnsinn

April 4, 2008

Ich finde das schon sehr schade, dass das liebe WIFI keinen Astrologiekurs mehr anbietet. Anscheinend hat neugieriges Nachfragen durch Kritische Denker dazu geführt, dass der Kurs nicht mehr angeboten wird.

Doch nicht verzagen, liebe Leichtgläubige, Ersatz und Rettung nahen in Form einer Ausbildung zum Tierkommunikator:

Ich hoffe, das WIFI bietet auch Kurse zur Beseitigung der Gänsehaut an, die die folgenden Stichwörter aus der Kursbeschreibung bei uns anrichten:

  • Kinesiologie
  • Visualisieren und feinstoffliches Wahrnehmen
  • systemisches Stellen
  • telepathische Tierkommunikation

Und das nächste Mal, wenn ein Hundehaufen auf dem Gehsteig lauert, hoffe ich, den rechtzeitig feinstofflich wahrzunehmen, und den Verursacher telepathisch ausfinden machen zu können. Nicht umsonst investiere ich € 3.800!

Google Zensur

März 3, 2008

Dass die Unmöglichen Staaten von Absurdistan ein gestörtes Verhältnis zur englischen Sprache im öffentlichen Bereich („bleeeeep“) haben, ist bekannt. Und dass den diversen Suchmaschinen eine Tendenz zur Zensur vorgeworfen wird, ebenso.

Hier nun der endgültige Beweis zur globalen Verschwörungstheorie:

Google Suche 1

Google Suche 2

Vielen Dank an das DailyWTF für diesen Hinweis.

Wir freuen uns schon auf Tausende Hits für die Wörter buttumptions, buttertions, und natürlich Picbutto.

Skeptiker ohne Humor

Februar 21, 2008

Wir sind uns dessen vielleicht nicht allzu oft bewusst, aber wir können uns im Good Old Europe doch sehr glücklich schätzen, nicht jedem Wahnsinn aus den Unmöglichen Staaten von Absurdistan ausgesetzt zu sein.

Die Rede ist von den Auswüchsen des sogenannten Kreationismus; ein Wort, das bis vor kurzem noch garnicht existierte, und am besten gleich wieder vergessen werden könnte, würden nicht aus in unseren Breiten (und Längen) diverse Versuchsballons gestartet werden, um zu sehen, wie das Gläubige Volk die Frohe Nachricht aufnimmt. Die Reaktionen waren weitgehend ablehnend, wie wir uns erinnern.

So freuen wir uns natürlich immer wieder, wenn wir auf Webseiten stoßen, die das ganze Unwesen satirisch betrachten, im konkreten Fall der Seite der Brites (alleine der Name „Biological Research Institue for Theoretical Evolution Studies“ ist ein geistiger Genuss), dessen Vorstandsvorsitzender den verräterischen Namen Dr. Galapagos Finch trägt.

Was haben wir Tränen gelacht, als wir von der Niederlage der von uns äußerst geschätzten Herren Richard Dawkins und P.Z. Myers erfuhren, als es um den Beweis der Existenz Gottes ging, wie ihn schon ein gewisser Herr Gödel praktizierte. Über die Nachricht, auf dem Hof eines Autoschlachters hätte sich ein Hummer in einem Tornado von selbst zusammengesetzt, staunen wir immer noch – immerhin ein Beweis, dass spontane Schöpfung auch heute noch möglich ist.

Zu unserer großen Enttäuschung müssen wir jedoch feststellen, dass nicht jeder mit einer derartigen Sensibilität für subtilen Humor ausgestattet ist, wie wir.

So wird den Brites, in deutlicher Verkennung der Umstände, sogar stalinistisches Operieren mit Fotoretuscheprogrammen vorgeworfen, um echte Nobelpreisträger durch minderbegabte Unintelligente Designer zu ersetzen. Na pfui!

Und kaum passen wir eine Sekunde lang nicht auf, pflanzt sich das Missverständnis weiter fort. So titelt der nächste Blogger: „How creationists manipulated an old conference photo… (text in German)„, ohne zu erwähnen, erstens dass es sich um Satire handelt, zweitens dass das Original ohnehin auf Englisch verfasst wurde.

Und schon sehen wir vorher, wo das alles enden wird: Die lieben IDler werden sich einen Ast ablachen, dass die dummen Skeptiker nicht in der Lage sind, Satire aus den eigenen Reihen als solche zu erkennen. Kein Wunder auch, wo sie doch nicht an Gottes gerechte Wege und Erleuchtung auf denselben glauben. Ätschibätsch.

Und schon gehts weiter in der lustigen Propagandaschlacht.

Community Tech Preview (CTP) des neuen Eintrags

Februar 5, 2008

Die letzten Wochen waren für uns eine spannende und überwältigende Zeit, da wir uns auf die weltweite Veröffentlichung dieses Eintrags vorbereiteten.

Zahlreiche Leser berichteten uns von ihrer Faszination während des Probelesens, und das allgemeine Echo war umwerfend!

Wir werden natürlich auch weiterhin unseren Fokus auf die Weiterentwicklung dieses Eintrags legen, nicht nur in der nahen Zukunft, nein – als langfristiges strategisches Ziel.

Im Sinne einer offenen Kommunikationspolitik sollen daher etwaige Unklarheiten beseitigt werden, und wir werden die Öffentlichkeit informieren, wann dieser Beitrag in seiner endgültigen Fassung zum Download zur Verfügung steht.


Was tun, wenn man einen selbst gesetzten Termin wieder einmal verschusselt, so wie man schon in der Vergangenheit gewohnheitsmäßig Termine nicht einhielt? Der von uns allen geschätzte Joel Spolsky ärgert sich zurecht, dass Microsoft sich selbst bejubelt, wenn wieder mal ein Stichtag ereignislos verstreicht. Statt dessen gibts Lobhudelei über die eigenen Bemühungen, und wie toll nicht alles werden wird.

Als Dankeschön dafür verfasste Phil Factor eine alternative Version der Selbstbeweihräucherung: Microsoft Boy kündigt seine Hausübung an.

Ganz nebenbei weist Tim Anderson auf die Bemühungen Microsofts im Bereich der Entwicklung neuer Bedeutungen bestehender Wörter hin: Während wir früher naiverweise annehmen mussten, dass Produktstart (launch) und Veröffentlichung (release) ein und dasselbe sind und daher zeitgleich passieren, darf mittlerweile ein halbes Jahr zwischen Launch und Release vergehen.

Wir nehmen die semantische Änderung gerne zur Kenntnis.

Löffelverbiegerlehrlinge

Januar 30, 2008

Wenn wir uns das Medienecho zur Uri-Geller-Show ansehen, stellen wir folgendes fest:

- Pro7 hypet (als einzige) die Sendung der übernatürlichen Fähigkeiten (wer sonst)

- alle anderen wissens besser, und verraten, wie die Tricks getrickst werden

- die Kandidaten haben wohl noch nicht ausgelernt

- landauf landab werden Verarschungen getextet

Die Chef-Aufdecker jedenfalls sind übersiedelt und wieder online, die Bitte-nichts-aufdecken-und-verraten-Fraktion trotzt weiterhin.

Hier ein echtes Interview, und hier ein gefaketes, oder wars umgekehrt? Wer weiß das heutzutage schon. Beide sind jedenfalls sehr erhellend. Und hier noch der Do-it-yourself-Lügendetektor – schau mir in die Augen, Kleines.

Dieser Zauberkünstler (Selbstbezeichnung) verblüfft uns mit einzigartigen Tricks, die wir wohl nicht in der aktuellen Show sehen werden. Wie schade.

Und der von uns allen geschätzte James Randi spart auch nicht mit seinen wöchentlichen Kommentaren zur Show, und kündigt an, in Deutschland die Geller-Tricks aufzudecken.

The next Löffelverbieger – Unglaubliche Dilletanten

Januar 23, 2008

Jener Herr, der seit 30 Jahren die Menschheit damit fasziniert, dass er seine eigenen Löffel verbiegen kann, die anderer aber nicht, versucht sein Glück nun auch in Europa, nachdem er in den USA schon nicht hellsehen konnte, was in einem einfachen Kuvert steckt.

Zahlreiche Fans freuen sich daher schon, dass sie den großen Meister nun sozusagen aus nächster Nähe erleben dürfen, und nehmen sich vor, jeden Dienstag vorm Fernseher zu kleben.

Freundlicher Weise stellt auch der verantwortliche TV-Sender ein Forum zur Verfügung, über das sich die Wissbegierigen in ihrer Anbetung austauschen können.

Wie rasch sich die Begabung zum übernatürlichen ausbreitet, zeigen zahlreiche Blogger, die ihre Fähigkeiten online demonstrieren. Die Intensität und Hingabe einiger Groupies hat zur Folge, dass jedes Detail der Sendungen zigmal nacherzählt wird.

Das gab es seit den Beatles nicht mehr!

Selbst so seriöse Zeitschriften wie der Stern kommen nicht umhin, hier und hier und hier und hier vor Begeisterung von dem Spektakel zu schwärmen. Die Konkurrenz schläft nicht, und muss wohl oder übel dem Starrummel folgen.

Es steht (doch nicht?) in den Sternen

Januar 22, 2008

Warum wurde das Astrological Magazine eingestellt?

Wegen „unvorhergesehener Umstände“, weshalb sonst.

We regret to announce that due to
unforeseen circumstances beyond our control, the publication of

The Astrological Magazine

will cease with the December 2007 issue.

Weihnachten und andere Gemeinheiten

Dezember 24, 2007

Willkommen zum Höhepunkt des Advents.

Wie wir alle wissen, bedeutet das Wort „adventare“ im Lateinischen „zurückblicken“, daher gibt es auch bereits 62.000 Hits, wenn wir nach „Jahresrückblick 2007“ suchen. Zum Glück passiert in der Zeit von Mitte Dezember bis Jahresende nie etwas, sonst würde uns im Jänner noch der Dezemberrückblick drohen.

Kurz darauf wurde das christliche Fest von der Konsumgesellschaft ad absurdum geführt: Menschen befinden sich in der Adventzeit derart intensiv im Konsumrausch, dass sie im Supermarkt ein beliebiges Einkaufswagerl vor sich hin schieben (wie z.B. meines (!) vorigen Freitag), wenn sie ihr eigenes nicht mehr finden. (mehr…)

Realitätsverlust

November 24, 2007

Die Asfinag lässt unsere Autobahnen auspendeln und vor Erdstrahlen schützen. Ich finde das hilfreich und löblich. Vielleicht hilft auch Weihwasser zur Minimierung der Unfallgefahr, allerdings bitteschön nur bei Plusgraden.

Herr Knobloch, Chef-Pendler bei unserer Gesellschaft, die für Autobahnen zuständig ist, außer sie sind gerade verschneit, hat es immerhin schon zu einer ruhmreichen Erwähnung bei James Randi gebracht.

Update: Der Autor des Standardartikels blogt hier.