Wir sind uns dessen vielleicht nicht allzu oft bewusst, aber wir können uns im Good Old Europe doch sehr glücklich schätzen, nicht jedem Wahnsinn aus den Unmöglichen Staaten von Absurdistan ausgesetzt zu sein.
Die Rede ist von den Auswüchsen des sogenannten Kreationismus; ein Wort, das bis vor kurzem noch garnicht existierte, und am besten gleich wieder vergessen werden könnte, würden nicht aus in unseren Breiten (und Längen) diverse Versuchsballons gestartet werden, um zu sehen, wie das Gläubige Volk die Frohe Nachricht aufnimmt. Die Reaktionen waren weitgehend ablehnend, wie wir uns erinnern.
So freuen wir uns natürlich immer wieder, wenn wir auf Webseiten stoßen, die das ganze Unwesen satirisch betrachten, im konkreten Fall der Seite der Brites (alleine der Name „Biological Research Institue for Theoretical Evolution Studies“ ist ein geistiger Genuss), dessen Vorstandsvorsitzender den verräterischen Namen Dr. Galapagos Finch trägt.
Was haben wir Tränen gelacht, als wir von der Niederlage der von uns äußerst geschätzten Herren Richard Dawkins und P.Z. Myers erfuhren, als es um den Beweis der Existenz Gottes ging, wie ihn schon ein gewisser Herr Gödel praktizierte. Über die Nachricht, auf dem Hof eines Autoschlachters hätte sich ein Hummer in einem Tornado von selbst zusammengesetzt, staunen wir immer noch – immerhin ein Beweis, dass spontane Schöpfung auch heute noch möglich ist.
Zu unserer großen Enttäuschung müssen wir jedoch feststellen, dass nicht jeder mit einer derartigen Sensibilität für subtilen Humor ausgestattet ist, wie wir.
So wird den Brites, in deutlicher Verkennung der Umstände, sogar stalinistisches Operieren mit Fotoretuscheprogrammen vorgeworfen, um echte Nobelpreisträger durch minderbegabte Unintelligente Designer zu ersetzen. Na pfui!
Und kaum passen wir eine Sekunde lang nicht auf, pflanzt sich das Missverständnis weiter fort. So titelt der nächste Blogger: „How creationists manipulated an old conference photo… (text in German)„, ohne zu erwähnen, erstens dass es sich um Satire handelt, zweitens dass das Original ohnehin auf Englisch verfasst wurde.
Und schon sehen wir vorher, wo das alles enden wird: Die lieben IDler werden sich einen Ast ablachen, dass die dummen Skeptiker nicht in der Lage sind, Satire aus den eigenen Reihen als solche zu erkennen. Kein Wunder auch, wo sie doch nicht an Gottes gerechte Wege und Erleuchtung auf denselben glauben. Ätschibätsch.
Und schon gehts weiter in der lustigen Propagandaschlacht.